total fantasy forever by Adiga/thm28, ©2008

Teil 3 - Krallen und Stacheln

 

Die Luft war klar, keineswegs zu trocken und geruchlos neutral, mit einem Wort: sie war angenehm; Eine erfrischend zu atmende Luft. Derid hatte noch nie probiert für längere Zeit das Atmen aufzugeben. Dabei war sie schon seit so vielen Jahren eine Verwandelte. Sie konnte sich nicht damit anfreunden. Nicht nur dass sie auf Atemluft gänzlich verzichten könnte. Es war das unerwartete gesamtheitliche Ausmaß ihres veränderten energetischen Daseins, dass ihr zuweilen zu schaffen machte, und der Umstand, dass sie an ihrem Status nichts ändern konnte, zumindest nicht aus eigener Kraft. Aber sie war bereit ihr Sanit-Schwert jeder nur erdenklichen Kreatur in den Leib zu rammen.

total fantasy forever by Adiga/thm28, ©2007

Teil 2 - Beschworene Pfade

 

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Nur Derids grünlicher Auraschein, erhellte das Nachtlager Mitten im Nirgendwo des Dickichts. Trohm saß einfach nur so da und lauschte in die lautlose Nacht. Fast so, als bemerke er in der geruchlosesten Dunkelheit noch manch Amüsantes, begann er mitunter plötzlich unaufgefordert zu grinsen, blickte Augenblicke später wieder ebenso grundlos besorgt und dann wieder gleichgültig, als hätte er gefunden, was ohnehin zu erwarten wäre. Derid konnte ihn bei seinem Tun über Stunden beobachten und sie verstand diesen namenlosen Trohm an Maraygcos Seite trotzdem nicht. Manchmal wirkte er im grünen Licht verblasst, als würde er zwischenzeitlich weniger. Besonders in Phasen, wo niemand mit ihm sprach und er in Gedanken für sich allein war. - Alles, was Derid über diese herum ziehenden Einzelgänger wusste, reichte nicht aus, um aus Trohm schlau zu werden.

total fantasy forever by Adiga/thm28, ©2007

Teil 1 - Der unheimliche Kontinent


 

Ein Fischkutter übersät mit braunrötlichen Rostspuren steuerte im grellen Mittagslicht auf einem lang gestreckten, flachen Strand zu. Seine Lackierung war nur noch blasser stahlgrauer Rest von Farbe und sein Rumpf besaß weder Namenszug noch andere Kennzeichen. Das letzte Stück tuckerte der Fischkuttermotor im Leerlauf. Der Rumpf trieb gemächlich dahin und als der Motor abgestellt wurde, war es plötzlich sehr leise. An diesem Strand hatten Ohren vermutlich noch nie das sonore tiefe Tuckern eines Dieselmotors gehört. Der Strandabschnitt sah auch nicht gerade bewohnt aus, und die verdorrt wirkende Vegetation machte alles andere als einen einladenden Eindruck. Der Himmel spiegelte sich satt und wolkenlos in den glitzernden Wellen. Es war heiß, blau und beinah windstill.

All diese Momente standen eine junge Frau und ein Mann am Vorderdeck; Zwischen ihnen bestand ein Respektabstand von gut zwei Schrittlängen.